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DIE ZEIT and tomorrow’s decisions

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Until three years ago I subscribed to DIE ZEIT.

Still Germany’s best weekly, if you ask me. I don’t read it regularly any more. Too much work and less income, and only using it for drying my shoes from inside would be unfair to the paper.

But what actually made me cancel my subscription was the publishers’ marketing. They sent me an invitation for a “meeting of tomorrow’s decision-makers”. To this end, they had remobilised former chancellor and artillery lieutenant Helmut Schmidt, more recently one of the paper’s publishers. He was probably there to give the decision-makers of tomorrow some advice and autographs. Anyway, it was all so mucilaginously snobbish that I wrote a thanks-no-more letter and cancelled the subscription. Some weeks later I realised that they hadn’t understood the purpose of my letter, and rather treated it as a letter to the editors. As a letter to the editors, it remained unpublished, too, maybe because I had told them that I was no snooty-nosed little upstart.

 

Yesterday, I surfed to its website (not too userfriendly), because I was fed up by the more userfriendly, but also more trivial SPIEGEL website.

Under the “Science” category I found a link that promised to filter the best commercial offers from the web. As a friend of mine is dealing in Aleppo soap, I started a search. In terms of search engines, he is easy to find – but all soaps offered there on the ZEIT website were from one and the same Shop. And looking more closely into the small print, I realised that this offer from DIE ZEIT simply seems to be a cheap web catalog where web shops can buy themselves links.

I’m no regular reader of the paper any more, but I hope that they aren’t in financial trouble. And I also hope that their journalists are still more quality-conscious than their advertising office.

 

Let’s hope they will still take the right decisions tomorrow.

_____________________________

 

DIE ZEIT und die Entscheidungen von morgen

 

Bis vor drei Jahren hatte ich DIE ZEIT im Abo. Nach meiner Meinung immer noch Deutschlands beste Wochenschrift. Ich lese sie nicht mehr regelmäßig. Mehr Arbeit und weniger Gehalt – ich habe kein Geld und keine Zeit mehr für Die ZEIT und nur zum Schuhe ausstopfen ist mir das Blatt nun auch zu schade.

Anlass für die Kündigung war aber etwas anderes. Der Verlag schickte mir eine Einladung zu einer “Veranstaltung für die Entscheider von morgen“. Sie hatten für die Gelegenheit den früheren Bundeskanzler, Artillerieleutnant und amtierenden ZEIT-Herausgeber remobilisiert, der den Entscheidern von morgen vermutlich gute Tipps und Autogramme mit auf ihren Weg gab. Kurz: das ganze war auf eine so versnobte Art schleimig, dass ich einen Brief schrieb und mein Abo kündigte. Wochen später stellte ich fest, dass der Verlag dieses Schreiben nicht als Kündigung annahm, sondern als Leserbrief – der allerdings  nicht veröffentlicht worden war. Vielleicht, weil ich es mir schriftlich verbeten hatte, als Schnösel angesprochen zu werden.

 

Gestern wagte ich einen Blick auf die wenig benutzerfreundliche Webseite der Zeitschrift, weil ich von der trivialen SPIEGEL Webseite erst einmal genug hatte.

In der Rubrik “Wissenschaft” entdeckte ich dann einen Link, der mir versprach, aus dem gesamten www die besten Unternehmensangebote herauszufiltern. Da ein Freund mit Alepposeife handelt, machte ich den Versuch und gab den Begriff Alepposeife ein. Und obwohl der Suchbegriff nicht besonders bekannt ist wurden mir gleich neun Ergebnisse präsentiert. Nun machte ich mich auf die Suche nach der dem Zeugs meines Freundes, denn suchmaschinentechnisch steht er gut da und auch das Geschäftskonzept ist bei dem etwas schwierigen Produkt recht erfolgreich. Nun stellte ich aber fest, dass alle angebotenen Seifen aus Aleppo von einem Hersteller stammten. Und bei genauerem Hinsehen entdeckte ich im Kleingedruckten, dass dieses Angebot der ZEIT nichts weiter zu sein scheint als ein recht billiger Webkatalog, in dem sich Webshops links kaufen können.

Auch wenn ich kein regelmäßiger Leser der ZEIT mehr bin, hoffe ich einerseits, dass der Verlag nicht vor dem finanziellen Aus steht und andererseits, dass die journalistische Arbeit Der ZEIT qualitätsbewusster ist, als die ihrer Auftragsannahme.

Hoffentlich trifft sie auch morgen die richtigen Entscheidungen.

 

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Written by taide

July 9, 2008 at 8:39 pm

Posted in Germany, incomes, Syria

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